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Gastbeitrag: Freiberufler und Recht – Freelancer und ihre Pflichten

April 19th, 2012 · Keine Kommentare

In diesem Artikel geht es um die rechtliche Lage von Freiberuflern und wie die Plattform „Twago“ mit dem – teils komplizierten – Rechtssystem verfährt.

Als Freiberufler ist man nicht an die typischen Zwänge gebunden, die einen Angestellten jeden Tag umgeben. So muss man oftmals nicht zu ganz genauen Zeiten aufstehen oder seine Arbeit beginnen, auch ist man nicht automatisch in einer gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert und sorgt auch nur dann für eventuelle Arbeitslosigkeit vor, wenn man sich darum selber kümmert. Viele Dinge sind bei einem Freiberufler tatsächlich flexibler regelbar als bei einem Festangestellten. Aber natürlich haben auch Freelancer Pflichten, denen sie nicht entkommen können, oder gewisse Dinge, um die man sich kümmern muss, wenn man nicht in einem klassischen Arbeitsverhältnis steckt.

Passend zum Artikel: Video „vom Freelancer zum Faulenzer?“ (Quelle: Youtube)

So ist zum Beispiel erst einmal zu klären, ob man einer freiberuflichen Arbeit nachgeht, oder ob man einen Gewerbeschein benötigt. Jeder kann diesen beantragen oder generell freiberuflich tätig sein. Da man mit einem Gewerbeschein auch die gleichnamige Steuer bezahlen muss, hofft man natürlich, dass die gewählte Tätigkeit nicht umbedingt darunter fällt. Freiberufler sind zum Beispiel Künstler oder Anwälte sowie Ärtze und Heilpraktiker aller Art. Ob die Arbeit, die man ausüben möchte, darunter fällt oder nicht, das entscheidet in der Regel das Finanzamt. wenn man sich eine Steuernummer für die Selbständigkeit besorgt, wird dieses während des Prozesses geprüft.

Desweiteren müssen sich freiberuflich Tätige natürlich auch krankenversichern, aber sie können wählen, ob sie sich gesetzlich oder privat versichern wollen. Man muss sich aber auch für eine Variante entscheiden, denn es gilt schon seit 2009 die sogenannte Krankenversicherungspflicht.
Da die beiden Möglichkeiten unterschiedliche Vor- und Nachteile haben, sollte man sich vorher eingehend informieren, welche Absicherungen man wirklich benötigt und welche man wiederum nur in bestimmten Fällen braucht.

Eine dritte Sache, auf die man achten sollte, ist, wenn man hauptsächlich für einen Auftraggeber arbeitet. Es entsteht für das Finanzamt dann schnell der Eindruck, dass man unter die sogenannte Scheinselbständigkeit fällt. Dies ist dann gegeben, wenn man nachweislich eigentlich nur deshalb selbständig gemeldet ist, um dem Arbeitgeber, für den man tätig ist, die verpflichtenden Sozialabgaben zu ersparen. Dahingehend ist die Rechtslage aber in Deutschland sehr schwierig und im Zweifel eher für den Arbeitnehmer, der hierzulande sowieso einen guten Schutz durch das Gesetz erhält. In jedem Fall sollte man, wenn man unsicher ist, immer mit einem Juristen über etwaige Probleme reden oder beim Finanzamt nachfragen. Ein englisches Sprichwort sagt:“Better safe than sorry.“

Der Gastautor arbeitet übrigens für die Projektplattform twago im Online-Marketing.

Tags: Arbeitsrecht